Christian Behre

Bildende Kunst & Skulptur

Rekonstruktion & Simulation

Memento

„Stadt in der Stadt“ – 1. Biennale 2025. Installation im öffentlichen Raum.

Für die erste Biennale der Skulturenwege in Langenberg entwickelte ich mit Memento eine Arbeit für den öffentlichen Raum. Die Arbeit hält einen flüchtigen Moment fest — einen Augenblick, mit dem sich viele Menschen identifizieren können.

Inhaltlich beschäftigt sich Memento mit dem Träumen und Spielen in der Kindheit. Eine meiner eigenen Kindheitserinnerungen ist das Falten von Papierbooten und das Beobachten, wie sie im Wasser treiben. Diese einfache, scheinbar nebensächliche Handlung steht für eine Zeit, in der Spiel und Vorstellungskraft eng miteinander verbunden waren.

Langenberg, eine Stadt, die von zwei Bächen durchzogen wird, bot dafür einen unmittelbaren Bezug. Aus dieser Ortsbezogenheit heraus entwickelte ich die Figur eines Kindes in gelber Regenkleidung, das auf einer Brücke steht und scheinbar versucht, ein Papierboot aus dem Bach zu angeln. Die Szene wirkt alltäglich und vertraut — zugleich bleibt sie bewusst offen und zeitlos.

Die Arbeit lädt beim Betrachten dazu ein, eigene Erinnerungen zu aktivieren. Vielleicht haben auch sie als Kind Papierboote ins Wasser gesetzt und ihnen beim Davontreiben zugesehen. Memento funktioniert dabei weniger als erzähltes Bild, sondern als Auslöser für persönliche Assoziationen und individuelle Erinnerungsschichten. Im öffentlichen Raum platziert, findet die Begnung mit der Figur ohne erklärenden Rahmen statt. Sie wird Teil des Alltags und schafft einen stillen Moment der Unterbrechung — einen kurzen Innehalten zwischen Bewegung, Erinnerung und Gegenwart.

Installationen

Ordnung & Chaos. Die Serie untersucht das Volumen von Alltagsgegenständen.

Wasserturm Geldern

Während meines zweiwöchigen Aufenthalts im Wasserturm Geldern im August 2025 entstanden mehrere Arbeiten, die sich sowohl mit der spezifischen Architektur des Ortes als auch mit zentralen Fragestellungen meiner eigenen künstlerischen Praxis auseinandersetzen.

Eine der Arbeiten ist eine raumbezogene Installation aus blau-weißen Tellern. Die runde Form des Wasserturms griff ich auf, indem ich aus über 200 Tellern eine wandfüllende Verkleidung entwickelte, die sich der Krümmung des Raumes anpasst. Sämtliches Geschirr stammt aus Sozialkaufhäusern, in denen es als Ladenhüter verblieb — ungeliebt, aus der Mode gekommen und ohne sichtbaren Gebrauchswert. Mich interessiert hier der Wandel von Objekten im Kontext von Zeit, Geschmack und sozialer Bedeutung. Geschirr, das einst als Statussymbol bei gesellschaftlichen Anlässen hervorgeholt wurde, verliert über Jahre und Generationen hinweg an Wert und Aufmerksamkeit. In der Installation verlieren die Teller ihre ursprüngliche Funktion vollständig: Sie werden zu Objekten an der Wand, von denen nicht mehr gegessen werden kann. Ihre Bedeutung verschiebt sich von Gebrauch zu Betrachtung. Die Anordnung der Teller folgt einer klaren visuellen Logik. Von links nach rechts verändert sich die Gestaltung von reich verzierten, ornamentalen Dekoren hin zu zunehmend schmucklosen, minimalistischen Formen. Der Übergang von Blau zu Weiß markiert dabei sinnbildlich den Wandel von Geschmack und Zeit — von dekorativer Überfrachtung hin zu funktionaler Zurückhaltung.

Eine weitere Arbeit entstand aus zusammengetragenen Materialien vom Straßenrand: alte Rahmenleisten, Teile von Betten, eine Vase sowie vertrocknete Blumen. Es handelt sich um Dinge, die von ihren ursprünglichen Besitzer*innen aufgegeben wurden und ihren Platz im Alltag verloren haben. Aus diesen Materialien entwickelte ich eine Installation, die einen Rahmen für das Gedicht „Der Blumen Rache“ von Ferdinand Freiligrath bildet. Aus den gefundenen Rahmenleisten fertigte ich neue Bilderrahmen an, die formal und inhaltlich an meine Arbeit Rekonstruktion & Simulation anknüpfen. Auch hier greife ich die Ästhetik des Zerstörten auf. In bewusst überspitzter Weise setzte ich die Rahmen dem Feuer aus. Die entstehenden Spuren begreife ich als einen aktiven Gestaltungsprozess: Die Bilder werden vom Feuer selbst „gemalt“.

Christian Behre

Christian Behre Porträt

Ich studiere seit 2018 an der Kunstakademie Düsseldorf. Von 2019 bis 2023 war ich Schüler von Koenraad Dedobbeleer, seit 2023 studiere ich bei Martin Gostner. Im Jahr 2024 wurde ich zum Meisterschüler der Kunstakademie Düsseldorf ernannt.

In meiner künstlerischen Arbeit beschäftige ich mich mit der Transformation von Gegenständen und Materialien. Mich interessieren insbesondere Objekte, die ihre ursprüngliche Wertigkeit oder Funktion verloren haben — Dinge, die aus dem alltäglichen Gebrauch herausgefallen sind und oft übersehen oder aufgegeben werden. Durch meine Arbeit interpretiere ich diese Objekte neu und verleihe ihnen eine veränderte, oft ambivalente Bedeutung.

Ein wiederkehrendes Interesse gilt dabei dem Fragmenthaften und Unvollständigen. Aspekte wie Zerstörung, Verlust und Spuren von Gebrauch sind zentrale Bestandteile meiner Praxis. Diese Zustände verstehe ich nicht als Defizit, sondern als Ausgangspunkt für neue ästhetische und inhaltliche Lesarten. Zerstörung begreife ich dabei nicht nur als Thema, sondern auch als möglichen Prozess innerhalb der Arbeit selbst.

Materialien wie Möbel, Holz, Gips und Ton bilden häufig die Grundlage meiner Arbeiten. Sie tragen bereits eine Geschichte in sich und verweisen auf frühere Funktionen und Kontexte. Malerei nutze ich weniger als eigenständige Sparte, sondern vielmehr als Mittel zur Umsetzung von Objekten. In Projekten wie Rekonstruktion & Simulation ist Malerei Teil einer umfassenderen Auseinandersetzung mit Material, Form und historischer Überlieferung und nicht als autonome Bildpraxis zu verstehen.

Meine Arbeiten bewegen sich an der Schnittstelle von Objekt, Skulptur und Installation. Sie entstehen häufig aus einem prozesshaften Umgang mit Material und Geschichte und thematisieren die Frage, wie Dinge weiterexistieren können, wenn ihre ursprüngliche Funktion oder Bedeutung verloren gegangen ist.

Ausstellungen

02.2026 Artist in Residence.
St. Maria Lyskirchen. Künstler-Union Köln (KUK)
08.2025 TurmStipendium Wasserturm Geldern

Gemeinschaftsaustellungen

02.2026 Rundgang
Kunstakademie Düsseldorf
12.2025 Kunstpreis Ennepe-Ruhr 2025
Stadtmuseum Hattingen
07.2025 Skulpturenwege „Stadt in der Stadt“
Langenberg
03.2025 Fresh Positions
BBK Düsseldorf
02.2025 Rundgang
Kunstakademie Düsseldorf
02.2024 Rundgang
Kunstakademie Düsseldorf
02.2023 Rundgang
Kunstakademie Düsseldorf
02.2022 Rundgang
Kunstakademie Düsseldorf
03.2021 Durchblicke
Spoerl Fabrik Düsseldorf
02.2021 Rundgang
Kunstakademie Düsseldorf
02.2020 Rundgang
Kunstakademie Düsseldorf

In meiner künstlerischen Arbeit beschäftige ich mich mit der Transformation von Gegenständen und Materialien. Mich interessieren insbesondere Objekte, die ihre ursprüngliche Wertigkeit oder Funktion verloren haben — Dinge, die aus dem alltäglichen Gebrauch herausgefallen sind und oft übersehen oder aufgegeben werden. Durch meine Arbeit interpretiere ich diese Objekte neu und verleihe ihnen eine veränderte, oft ambivalente Bedeutung.

Ein wiederkehrendes Interesse gilt dabei dem Fragmenthaften und Unvollständigen. Aspekte wie Zerstörung, Verlust und Spuren von Gebrauch sind zentrale Bestandteile meiner Praxis. Diese Zustände verstehe ich nicht als Defizit, sondern als Ausgangspunkt für neue ästhetische und inhaltliche Lesarten. Zerstörung begreife ich dabei nicht nur als Thema, sondern auch als möglichen Prozess innerhalb der Arbeit selbst.

Materialien wie Möbel, Holz, Gips und Ton bilden häufig die Grundlage meiner Arbeiten. Sie tragen bereits eine Geschichte in sich und verweisen auf frühere Funktionen und Kontexte. Malerei nutze ich weniger als eigenständige Sparte, sondern vielmehr als Mittel zur Umsetzung von Objekten. In Projekten wie Rekonstruktion & Simulation ist Malerei Teil einer umfassenderen Auseinandersetzung mit Material, Form und historischer Überlieferung und nicht als autonome Bildpraxis zu verstehen.

Meine Arbeiten bewegen sich an der Schnittstelle von Objekt, Skulptur und Installation. Sie entstehen häufig aus einem prozesshaften Umgang mit Material und Geschichte und thematisieren die Frage, wie Dinge weiterexistieren können, wenn ihre ursprüngliche Funktion oder Bedeutung verloren gegangen ist.

Making Of & Prozesse

Einblick in die Arbeitsschritte: Vom Aufbau der Leinwand über die Malerei bis zur Installation.

Heiliger Sebastian (Entstehung)

Prozess Sebastian Leinwand Aufbau Grundierung Bolus Vergoldung Prozess Untermalung Malprozess 1 Malprozess 2 Malprozess 3 Malprozess 4 Malprozess 5

Caravaggio Rekonstruktion

Prozess Caravaggio Start Rahmenbau Leinwandspannung Grundierung Vorzeichnung Erste Farbschicht Untermalung Detail Lasuren Schattengebung Lichtakzente Detailarbeit Gesichtsausdruck Malerei Hintergrundarbeit Farbnuancen Fertigstellung Detail Gesamtansicht Prozess Atelier Situation Lackierung Finale Ansicht Collage Arbeitsschritte Vorbereitung Brand Brandspuren Detail Verbrannte Leinwand

Momento – Langenberg

Modellbau Langenberg Gerüstbau Materialbeschaffung Konstruktion Schweißen Montage Grundierung Skulptur Lackierung Gelb Transport Aufbau vor Ort Installation Prozess Positionierung Detail Montage Sicherung Ansicht Installation Perspektive Stadt Begehung Publikum Abendstimmung Künstler mit Werk Werkstattansicht Materiallager Werkzeuge Finalisierung Übergabe Pressefoto Ausstellungseröffnung Besucher Nachtansicht